TD Textdesign

Unser Traum

"Das oberste Ziel eines jeden Freiheits- und Verantwortungsbewussten Menschen kann immer nur sein, Manipulation zu unterlaufen, Informationen zu beschaffen und zu veröffentlichen ..." Thom Delißen

Von der Manipulation der Meinung

Eine Meinung entsteht auf einem Fundament von Informationen. Informationen und Informationenfluß sind jedoch sehr relativ. Die Presse, die Medien im Allgemeinen, haben die Möglichkeit, Informationen, welcher Art auch immer, zu verschleiern, zu verfälschen, zu unterschlagen oder zu erfinden. Damit ist ihnen eine ungeheure Machtfülle gegeben, die schon etliche Staatsmänner entweder hat scheitern lassen, oder aber an die Macht gebracht hat.

Ein wunderschönes Wort: Propaganda. Das heißt Meinungsmache. Wie wir an vielen Beispielen sehen (zur Abschreckung sei hier nur das 3. Reich genannt), ist die gewollt falsche oder eingleisige Berichterstattung ein wesentliches Werkzeug der Finanzriesen, ein Instrument der Machterhaltung, eine starke Fessel, die das "Proletariat" auf genau den Stuhl fesselt, auf dem die wirklichen Herrscher dieser Welt, nämlich die ungenannten Finanzmagnaten es haben wollen. Sowohl im Großen auch als im Kleinen: Es wird versucht Informationen zu unterdrücken, im Keim zu ersticken, mit dem probatesten Mittel auf dieser schönen Erde, dem materiellen Gewinn. Das oberste Ziel eines jeden Freiheits- und Verantwortungsbewußten Menschen kann es deswegen immer nur sein, diese Manipulation zu unterlaufen, Informationen zu beschaffen und zu veröffentlichen, es dem Bürger möglich zu machen, sich eine der Demokratie würdige, freie Meinung zu bilden.

Presse Freiheit

Die Liberté dessen, was in gedruckten Medien verbreitet werden darf, beschäftigte in jenen Tagen der weltweiten Eskalation durch gegensätzliche fundamentalistische Strömungen jedermann. "Die Pressefreiheit wird mit Füßen getreten!", skandierten die Hetzer, wenn es um die ketzerischen Zeichnungen in den dänischen Zeitungen ging. All das sei "eine Kampagne, forciert durch islamische Interessengruppen", so die eine Gruppe - oder aber man "versuche den Islam vorsätzlich zu verunglimpfen und zu beleidigen", die andere Seite. Was haben zwei grundverschiedene Doktrin mit der Freiheit des Wortes zu tun? Es wird ganz deutlich: Die wahre Autarkie des Wortes, der Meinung, muss wohl absolut über allen staatlichen, politischen, religiösen Interessen liegen. Sie hätte sich neutral zu verhalten, müsste die Geschehnisse aus der Distanz und unvoreingenommen betrachten. Wie ein jeder lächelnd bekennen wird, - ein Ding der absoluten Unmöglichkeit. Liegt sie hier verschleiert in der Luft, die Pressefreiheit? Ist es so, dass der Staat mit seinen Organen die Selbstbestimmung des geschriebenen Wortes beschneidet? Wer ist der Staat? Man muss nicht unbedingt nach Italien blicken, um festzustellen, dass die Medienmacht der Manipulation seit Urzeiten ein Werkzeug der Regierenden ist. Das sind nicht die unfähigen, in steter Lähmung verharrenden Aperatschniks der Staatsinstitutionen. Es sind die monetär Mächtigen, die vielschichtigen Vernetzungen der Industriekonzerne, die nicht nur absoluten Einfluss auf die journalistischen Verlautbarungen haben, sondern schlicht und ergreifend über das Wohl und Wehe einer Publikation entscheiden. Egal in welchen Medium. Und es ist der Schreibende selber, der schließlich das Ziehkind dieser Mächte ist. Hier wird auf ein Neues die tief greifende Verwurzelung der Angelegenheit deutlich, denn - Letztendlich so möchte man meinen, sollte es doch möglich sein, Missstände, die man erkennt, sehr simpel öffentlich zu machen. Es ist aber so, dass unser Bestreben selber mächtig zu sein oder aber, als Vorbedingung dessen, zumindest möglichst viel Geld zu verdienen, einen solchen Schritt, von Vornherein unmöglich macht. Ohne dass wir uns dessen eigentlich bewusst werden. Wir sind indoktriniert. Wir sind manipuliert. Wir sind nicht die Herren unserer Wahrnehmung, unseres Verstandes, damit nicht einmal unserer Meinung. Wir selbst sind das verletzte, kranke, sieche Presserecht, die Presseunfreiheit. Wir selbst sind die Unabhängigkeit, die keine ist. Es ist uns nicht möglich, in diesem System, dieser Gesellschaftsordnung, dieser Art von Lebensgestaltung, diese Autonomie der Meinung, die wir uns genötigt fühlen, so dringlich zu verteidigen, überhaupt erst zu sehen, geschweige denn zu verstehen oder zu verinnerlichen. Wir sind in schwere Eisenketten gefesselte Knechte des monetären Zwangssystems, unfähig uns anders zu artikulieren, als es von den Mächtigen angedacht ist. Und sollte tatsächlich jemand aufstehen und versuchen, dieses, uns selbst als Werkzeug benutzende Manipulationssystem zu unterlaufen, so muss er sich, - so einfach ist das, dem Markt anpassen. Andernfalls wäre es sinnvoller, Eiswürfelmaschinen am Nordpol zu verkaufen. Woraus, aus welcher Art von Individuen besteht nun aber die Schicht der "Aufzuklärenden" das Käuferpotential? Was werden diese Menschen denken gemacht? Was wird ihnen aufoktruiert hören zu mögen? Was kaufen Sie also? Was werden sie sich an Information zumuten? Was werden sie lesen? Was, wie, sind sie überhaupt noch in der Lage zu verstehen? UND: "Wo stehen wir, als die "schreibenden"?

Der Sinn hinter den Zeilen ...

So hat sich die Frage gestellt, worin der Sinn einer Tätigkeit liegt, die scheinbar nur Gedanken auf Datenträger, sei es nun Papier oder Plastik oder Metall, reflektiert? Was kann die Bedeutung ausmachen, die einen Menschen dazu bringt, ihn mit unsichtbaren Händen vorantreibt, Zeile um Zeile niederzuschreiben? Es soll hier die Rede sein von Texten, die den Anspruch haben, zu verändern oder zumindest aufzuzeigen. Was also kann so eminent wichtig sein? Es ist mit einem Wort gesagt:

Freiheit! Es ist der im Unterbewusstsein verankerte Drang zur Ungebundenheit, Nichtbevormundung, zur Liberté. Wenn wir die Strukturen unserer Zeit verstehen, sie sehen und beschreiben können, sei es auch nur in aller Subjektivität, kommen wir diesem Gefühl ein klein wenig näher.

Und was das Wichtigste ist, - die Einsichten, Durchsichten werden manifestiert, greifbar, ja auch angreifbar. Das wiederum, könnte man nun prosaisch meinen, bedeutet Krieg, zumindest Auseinandersetzung. Schön wäre es, wenn der Fall so einfach gelagert wäre. Mit wem setzen wir uns als schaffende Künstler auseinander? Wen wollen wir begreifen machen? Die anderen, will heißen die Gesellschaft. Gute Literatur ist immer vollkommen anders, neu. Fällt aus vorgegebenen Rahmen. Nur dann erreicht sie die Masse, tangiert sie.

Darum, weil sie neu ist und beeinflusst, ist sie Ziel von Ausgrenzung, Beschneidung, Zensur durch die Gegenseite. Doch sind diese archaischen Mittel beileibe nicht deren einzigen Waffen. Die globale Elite geht viel subtiler vor. "Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht." Was heißt das für uns? Die, die herstellen lassen, produzieren genau das, was sie zur Machterhaltung benötigen, sogar mit intellektuellen Widerhaken versehen. "Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit desgleichen über die Mittel zur geistigen Produktion, so dass ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen und materiellen Produktion abgehen, unterworfen sind."

Eine fast anarchistische Tatsache. Was anderes kann uns die Kraft geben, gegen die Strömungen zu schwimmen, gegen die Ideologie anzuschreiben, die eine, auf ein gewinnmaximierendes Fundament gestellte Weltordnung apostuliert, die in Grautönen gehalten ist, die aus Plastik besteht, die die Erde und ihre Geschöpfe gnadenlos vernichtet, die jedwede inneren Werte, so sie nicht zu vermarkten sind, vermissen lässt?

Wilhelm Reich schreibt:

"Dass die imperialistische Ideologie die Strukturen der werktätigen Massen konkret im Sinne des Imperialismus veränderte ..."

Es geht darum, diese Veränderung zu verändern, aufzuwecken, zu erinnern, zu vergegenwärtigen! Dies ist die Quelle der Kraft. "Dass jede Gesellschaftsordnung sich in den Massen ihrer Mitglieder diejenigen Strukturen erzeugt, die sie für ihre Hauptziele braucht ..." Es gilt diese Ziele zu erkennen, anderen zu helfen, die Manipulation der sie unterworfen sind, ihr "manipuliert sein" erkennen zu können. "Auch die Widersprüche der ökonomischen Struktur einer Gesellschaft sind in den massenpsychologischen Strukturen der Unterdrückten verankert ..." Wir müssen deshalb mit großer Sorgfalt, größtmöglichem Wissen und mit Hilfe von erfahrenen Menschen, gegen einen nur sehr schwer greifbaren Geist der Destruktion arbeiten, denn auch Zweifel gegenüber diesen Wahrheiten über die restriktive Beeinflussung durch das Monopol, scheinbare Widersprüche, (die vertuschen und vernebeln), sind in diesen Strukturen schon impliziert, wahrlich, an Intelligenz mangelt es den Herrschenden mit Sicherheit nicht.

Schreibt, publiziert, lest vor!

Informiert!

So sei auch hier Hermann Hesse zitiert:

"... Diese Heiterkeit zu erreichen, ist mir, und vielen mit mir, das höchste und edelste aller Ziele... Diese Heiterkeit ist weder Tändelei noch Selbstgefälligkeit, sie ist höchste Erkenntnis und Liebe, ist Bejahen aller Wirklichkeit, Wachsein am Rand aller Abgründe und Tiefen, sie ist eine Tugend der Heiligen und der Ritter, sie ist unstörbar und nimmt mit dem Alter und der Todesnähe nur immer zu. Sie ist das Geheimnis des Schönen und die eigentliche Substanz jeder Kunst.

Der Dichter, der das Herrliche und Schreckliche des Lebens im Tanzschritt seiner Verse preist, der Musiker, der es als reine Gegenwart erklingen läßt, ist Lichtbringer, Mehrer der Freude und Helligkeit auf Erden, auch wenn er uns erst durch Tränen und schmerzliche Spannung führt. Vielleicht ist der Dichter, dessen Verse uns entzücken, ein trauriger Einsamer und der Musiker ein schwermütiger Träumer gewesen, aber auch dann hat sein Werk teil an der Heiterkeit der Götter und Sterne. Was er uns gibt, das ist nicht mehr sein Dunkel, sein Leiden oder Bangen, es ist ein Tropfen reinen Lichts, ewiger Heiterkeit. Auch wenn ganze Völker und Sprachen die Tiefe der Welt zu ergründen suchen, in Mythen, Kosmogonien, Religionen, ist das Letzte und Höchste, was sie erreichen können, diese Heiterkeit ..."